TENEAM: Telemedizinisches Neurologie-Netzwerk

Ein Leuchtturmprojekt für Health-IT und digitale Versorgung

Die Lausitz steht aktuell vor einer klassischen Herausforderung der Gesundheitsversorgung: Zu wenig neurologische Fachärzt:innen, zu lange Wartezeiten, zu weite Wege. Gerade ländliche Regionen zeigen, wie dringend skalierbare, digitale Versorgungsstrukturen gebraucht werden. Genau hier setzt das neue Innovationsfondsprojekt TENEAM an – ein groß angelegtes Telemedizin-Pilotprojekt mit Fokus auf moderne Neurologie-Workflows, sichere Datenübertragung und dezentrale Diagnostik.

Digitale Neurologie – Facharztkompetenz on demand

Im Rahmen von TENEAM wird die neurologische Fachexpertise erstmals direkt in hausärztliche Praxen „eingespielt“. Patient:innen mit Verdacht auf neurologische Erkrankungen werden vor Ort per Telekonsil untersucht – inklusive Videodiagnostik, digitaler Dokumentation und unmittelbarer Einschätzung durch Spezialist:innen aus der MUL – CT, der Charité und der Universitätsmedizin Greifswald.

Das bedeutet:

  • Echtzeit-Telekonsile zwischen Hausarztpraxis und Neurologie-Expert:innen

  • Schnellere Diagnosen durch digitale Vortriage

  • Reduzierte Wartezeiten auf physische Facharzttermine

  • Dezentrale Versorgung ohne Qualitätsverlust

Technisch baut das Projekt auf einer Telemedizin-Infrastruktur des Unternehmens MEYTEC GmbH auf, die in den kommenden Monaten in rund 200 Hausarztpraxen implementiert wird.

Technik im Einsatz – eine regionale Telemedizin-Plattform

Für IT-Fachkräfte besonders spannend:
TENEAM etabliert eine interoperable Versorgungsplattform, die Video-Konsile, medizinische Daten, Dokumentationsprozesse und die Einbindung weiterer Versorgungspartner vereint.

Schwerpunkte aus technischer Perspektive:

  • End-to-end-verschlüsselte Übertragungen neurologischer Untersuchungen

  • Integration in bestehende Praxis-IT-Strukturen

  • Interoperabilität mit KIS/ PVS-Systemen

  • Stabilität bei geringer Bandbreite – essenziell für ländliche Regionen

  • Telemedizinische Geräteflottenverwaltung in 200 dezentralen Praxen

  • Skalierbarkeit und Latenzreduktion für synchrone Facharztkonsile

 

Statement aus der klinischen Praxis

Prof. Dr. Alexander Dressel, Chefarzt der Neurologie an der MUL – CT, beschreibt den Effekt so:

„Mit TENEAM verkürzen wir Facharztwartezeiten erheblich. Die telemedizinische Untersuchung findet direkt in der Hausarztpraxis statt – schnell, digital und mit unmittelbarer Handlungsempfehlung zur Diagnostik und Therapie.“

Ein Projekt mit Signalwirkung für Health-Tech

TENEAM soll zeigen, wie Telemedizin neurologische Versorgung strukturell verbessern kann – und wie smarte digitale Systeme Versorgungslücken in Echtzeit schließen.

Ziele:

  • Früherkennung neurologischer Erkrankungen

  • Zeitnahe Therapieentscheidungen

  • Langfristige Verbesserung der Lebensqualität

  • Nachhaltige digitale Versorgungsstrukturen

 

Finanzierung & Rahmen

Gefördert wird das Projekt mit 8,4 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds des G-BA, Laufzeit 45 Monate. Beteiligt sind u. a.:

  • Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg

  • Berufsverband Deutscher Neurologen

  • Mehrere Krankenkassen

  • Ministerium für Gesundheit und Soziales Brandenburg